Oberflächenbehandlungstechnologien: Eloxieren von Aluminium

Erfahren Sie alle technischen Details über das Eloxalverfahren, das die Korrosionsbeständigkeit und Ästhetik von Aluminiumprofilen verbessert.

Oberflächenbehandlungstechnologien: Eloxieren von Aluminium

Oberflächentechnik I: Anodisieren (Eloxal)

 

Rohaluminium bildet bei Kontakt mit Luft eine natürliche Oxidschicht, die jedoch dünn und ungleichmäßig ist. Das Anodisieren (Eloxal-Verfahren) ist ein elektrochemischer Prozess, der diesen Vorgang steuert und beschleunigt, um eine extrem harte, transparente und korrosionsbeständige Oxidschicht auf der Metalloberfläche zu erzeugen. Diese Schicht ist keine bloße Beschichtung wie Lack, sondern ist fest mit dem Grundmaterial verbunden (integraler Bestandteil), wodurch ein Abblättern unmöglich wird.

1.1 Eloxal-Klassen und Schichtdicken-Standards (EURAS/Qualanod)

Die Eloxal-Schichtdicke ist der entscheidende Faktor für die Lebensdauer. Eine falsche Klassenwahl kann zu vorzeitiger Lochfraßkorrosion (Pitting) führen.

Klasse Schichtdicke (Mikrometer - µm) Typischer Anwendungsbereich Beschreibung
Dekorativ 5 - 10 µm Möbel, Innenbeleuchtung, Kosmetik

Innenbereiche mit geringem Korrosionsrisiko. Glanz und Farbgleichmäßigkeit stehen im Vordergrund. Geringe Kratzfestigkeit.

Klasse II (Architektur - Innen) 10 - 15 µm Bürotrennwände, Innentüren

Architektonische Innenanwendungen. Bietet Schutz gegen leichten Verschleiß und Feuchtigkeit.

Klasse I (Architektur - Außen) 15 - 25 µm Fassaden, Fenster, Küstennähe

Industriestandard für Außenverkleidungen. In der Regel werden 20 µm gefordert. Bietet hohe UV-Beständigkeit und Langlebigkeit gegen aggressive atmosphärische Bedingungen.

Harteloxieren 25 - 100 µm Maschinenteile, Kolben

Verschleißfestigkeit (Härte) steht im Vordergrund. Die Farbe ist typischerweise dunkelgrau/schwarz und nicht dekorativ. Die Oberflächenhärte kann 60-70 Rockwell C erreichen.

Automobil 10 - 20 µm Dachreling, Zierteile

Es gelten spezifische Standards der Automobilhersteller (OEM). Eine Prüfung der Beständigkeit gegen alkalische Waschshampoos (pH 13,5) ist erforderlich.

 

1.2 Einfluss der Legierungswahl auf die Eloxalqualität

Nicht jede Legierung lässt sich gleich gut eloxieren.

  • Legierung 6063: Die ausgewogenste Legierung für Eloxal. Hervorragende Ergebnisse bei mattem (Satin), halbmattem und farbigem Eloxal.
  • Legierung 6060: Dank des niedrigen Eisengehalts (Low Fe) ideal für Glanzeloxal (chemisches Glänzen). Für Spiegeleffekte ist 6060 oder die Speziallegierung 6463 zwingend erforderlich.
  • 6061 und 6082: Elemente wie Chrom, Kupfer und Mangan können die Eloxalschicht gräulich oder gelblich verfärben. Dies führt bei dekorativen Anwendungen zu einem Risiko von Farbtonabweichungen.

Technischer Hinweis: Das Eloxieren verändert die Profilmaße. Bei einer 20-Mikron-Eloxalschicht erfolgt die Schichtbildung zu ca. 10 Mikron in die Oberfläche hinein (Eindringtiefe) und zu 10 Mikron nach außen (Schichtaufbau). Bei präzisen Passungstoleranzen muss dieses Wachstum berücksichtigt werden.

 

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